Georges Simenon

Georges Simenon

Georges Joseph Christian Simenon (* 13. Februar 1903 in Lüttich; † 4. September 1989 in Lausanne) war ein weltberühmter französischsprachiger Schriftsteller belgischer Herkunft. Bekannt ist er im deutschsprachigen Raum vor allem als Autor von Kriminalromanen um die Figur des Kommissars Maigret.

Georges Simenons Geburtstag wird manchmal auch auf den 12. Februar datiert. Da er an einem Freitag, dem 13. geboren wurde, verlegte seine abergläubische Mutter sein Geburtsdatum um einen Tag vor.

Als der älteste Sohn des Versicherungsangestellten Désiré Simenon und seiner Frau Henriette Brüll wuchs Simenon in bescheidenen Verhältnissen auf. Von 1909 bis 1914 besuchte er eine katholische Grundschule, danach ein Jesuitenkolleg. Nachdem sein Vater einen Herzinfarkt erlitten hatte, verließ der junge Simenon die Schule und begann eine Lehre als Buchhändler. Bereits nach sechs Wochen wurde er entlassen, auch die anschließende Lehre zum Konditor endete vorzeitig. Es folgt eine journalistische Karriere als Lokalreporter in Lüttich bei der Zeitung Gazette de Liège. Anfangs war er für die Polizeiberichte verantwortlich, bevor er eine eigene Kolumne bekam, in der er in ironischem Ton die Ereignisse in der Stadt kommentierte. 1920 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Georges Sim seinen ersten kleinen Roman Pont des Arches. 1921 verlobte er sich mit der Kunstmalerin Régine Renchon, die er zwei Jahre später heiratete. Im selben Jahr starb sein Vater.

Im Jahr 1922 siedelte er in die französische Hauptstadt Paris über. Bis 1924 verdiente er sein Geld als Sekretär und Reisebegleiter des wohlhabenden Aristokraten Marquis de Tracy. 1925 vereinbarte er mit dem Verleger Jules Tallandier vertraglich, regelmäßig Trivialgeschichten für dessen Verlag zu verfassen. Bis 1933 schrieb er unter 22 verschiedenen Pseudonymen etwa 200 Bücher. Diese Tätigkeit verschaffte ihm Wohlstand und finanzielle Unabhängigkeit. 1928 unternahm er eine Bootsreise über die Flüsse und Kanäle Frankreichs und setzte diese im nächsten Jahr im eigenen Boot über Belgien und Holland bis zur Ostsee fort. Während der 1930er-Jahre führte er ein unstetes Leben mit häufig wechselnden Wohnsitzen und längeren Reisen durchs Mittelmeer, nach Lappland, Afrika und Osteuropa; 1934/35 unternahm er eine Weltreise.

1929 schrieb Simenon, erstmalig unter eigenem Namen, eine Erzählung mit dem Titel: Pietr-le-Letton. In dieser führte er auch die Figur des Inspektor Maigret ein.

Im Jahr 1939 wurde sein erster Sohn Marc geboren. Während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg blieb Simenon in Frankreich und lebte in Fontenay. Er schrieb weiter und hatte Erfolg beim Film; neun Filme nach seinen Vorlagen wurden während der Besatzung gedreht. Nach der Befreiung Frankreichs 1944 wurde er deshalb der Kollaboration verdächtigt. 1945 siedelte er zunächst nach Kanada und dann nach Tucson in Arizona über. In New York lernte er die Franco-Kanadierin Denyse Ouimet kennen, die seine Sekretärin wurde. 1948 wurde der gemeinsame Sohn John geboren. 1949 folgte die Scheidung von seiner ersten Frau Régine und die Heirat mit Denyse, mit der er in den folgenden Jahren in Connecticut lebte; 1952 wurde die Tochter Marie-Jo geboren. 1955 kehrte er nach Europa zurück und nahm seinen Wohnsitz in Lausanne. 1959 kam der Sohn Pierre zur Welt. 1973 zog er sich von der Schriftstellerei zurück.

Simenon starb 1989 im Alter von 86 Jahren an Krebs.

Sein Leben beschrieb Simenon unter anderem in den autobiografischen Werken Als ich alt war und Intime Memoiren.

Aus seiner Feder stammen rund 400 Romane, die über 500 Millionen Mal verkauft und in 60 Sprachen übersetzt wurden. Einen Teil davon schrieb er unter verschiedenen Pseudonymen. Er ist einer der meistgelesenen Autoren der Welt und zugleich „Vater“ des berühmten Pariser Kommissars Maigret, den er in insgesamt 75 Romanen und 28 Erzählungen schwere Kriminalfälle mehr durch Menschenkenntnis als durch Logik lösen lässt. Kennzeichnend für sämtliche Werke sind Simenons detailgetreue Personen- und Milieuschilderungen. André Gide schrieb über seinen Kollegen: „Ich halte Simenon für einen großen Romancier, für den größten vielleicht und den authentischsten der heutigen französischen Literatur.“ Gabriel García Márquez urteilte: „Georges Simenon ist der wichtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.“ Patricia Highsmith lobte ihren Kollegen: „Georges Simenon ist der größte Erzähler unserer Tage.“

Das deutschsprachige Gesamtwerk Simenons wird im Diogenes Verlag betreut.

Quelle Wiki


 

Jules Maigret ist eine literarische Figur des belgischen Schriftstellers Georges Simenon, erdacht 1929 in einem Café im niederländischen Delfzijl – die Hauptfigur in 75 Kriminalromanen (auch Maigret-Romane genannt, in Abgrenzung zu Simenons Non-Maigret-Romanen) und 28 Erzählungen.

Er ist ein Beamter der Pariser Kriminalpolizei, mit Ausnahme weniger Geschichten bekleidet er den Dienstrang eines Kommissars und ist Leiter der Mordkommission. Maigret ist der Sohn eines Gutsverwalters aus der Provinz (Schloss Paray-le-Frésil, nahe der Stadt Moulins im Département Allier). Dort wurde er 1887 geboren, manchen Quellen zufolge auch 1885 oder 1884. Letzteres erscheint als das wahrscheinlichste Geburtsjahr, da im selben Jahr Simenons Vater geboren wurde. Darüber hinaus wird Maigrets Alter im Roman Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet mit 45 angegeben (der Roman spielt im Sommer 1930). Als alternativen Geburtsort Maigrets findet man oft auch Saint Fiacre. Maigret trägt fast immer Hut und Mantel, trinkt am liebsten Bier, raucht Pfeife, die z. T. auch für psychologische Kriegsführung in Verhören eingesetzt wird.

Immer wiederkehrende Orte in Paris sind sein Büro am Quai des Orfèvres, das er sich mit seinem Inspektor Lucas teilt, und seine Wohnung am Boulevard Richard Lenoir, die er zusammen mit seiner Frau Henriette (in den Geschichten fast nur „Madame Maigret“ genannt) bewohnt. Das Ehepaar hat keine Kinder, wobei erwähnt wird, dass beide gerne welche gehabt hätten. Maigret wird als berühmter Kommissar immer wieder in die Provinz gerufen. Auch nach seiner Pensionierung ermittelt er noch weiter.

Als beste Verkörperungen des Kommissars galten Georges Simenon zu seinen Lebzeiten (er verstarb 1989, somit konnte er die Umsetzung ab 1990 mit Bruno Crémer nicht kennen) die Schauspieler Jean Gabin und Rupert Davies.

Die erste Serie mit Kommissar Maigret im deutschen Fernsehen (mit Rupert Davies) stammte von der britischen BBC und wurde ab 1965 im ZDF ausgestrahlt. Sie entwickelte sich zu einem Straßenfeger. Die Titelmusik für die deutsche Fassung von Ernst-August Quelle (das Original stammte von Ron Grainer) wurde damals sogar auf einer Single veröffentlicht (für Fernsehserienmusik ziemlich unüblich zur damaligen Zeit). Inzwischen gibt es auch eine Hörspielumsetzung der Romane.

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